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Sonntag, 28. April 2013

Testbericht: Luigi's Mansion 2

System: Nintendo 3DS                                 Texte: multilingual
Release: 28.03.2013                                    Sprachausgabe: keine
Genre: Action-Adventure                            Version: Deutschland
Entwickler: Nintendo                                    Altersfreigabe: USK 6
Spieler: 1-4                                                    Online-Multiplayer: Ja

 

Story
Die Geschichte ist schnell erklärt. Professor I. Gidd hat Luigi mal wieder darum gebeten Geister zu fangen und alle Villen nach Geheimnissen abzusuchen. Hintergrund der ganzen Aktion ist der, dass die Geister den Finstermond in mehrere Stücke zerbrochen haben. Ohne einen intakten Finstermond werden die Geister zu bösen Kreaturen. Also zieht Luigi erneut los um die Teile zu sammeln und wieder zusammen zu fügen.

Gameplay
Wer noch den ersten Teil vom GameCube kennt dürfte recht schnell zurecht kommen. Ihr steuert Luigi mit dem Analogstick durch verschiedene Villen und spürt Geister auf. Habt ihr einen Geist entdeckt müsst ihr ihn blenden um ihn einsaugen zu können. Das geht je nach Geist unterschiedlich schnell. Manche Geister muss man zuvor austricksen. Man hat aber eigentlich immer schnell durchschaut wie es geht. In den Schränken, Kisten und sonstigen Gegenständen, die in den Villen so rumstehen findet ihr oft Geld oder manchmal auch seltene Edelsteine. Leider bringt es keine Belohnung, sie alle zu sammeln. Das Geld hingegen ist praktisch, da ihr davon nach und nach eure Ausrüstung aufwerten könnt und so z.B. eine längere Leuchtdauer mit der Düsterlampe oder bessere Saugleistung beim Schreckweg 09/15 erreicht. 

Von den Ideen her muss man Nintendo ein Kompliment machen. Es ist zwar nichts neues, aber das Prinzip ist nicht so ausgelutscht wie bei manch anderen Spielen. Leider machen spielerische Mängel aber das Gesamtbild wieder kaputt. Da wäre zum einen die sehr lästige Tatsache, dass das Spiel über keinerlei Rücksetzpunkte verfügt. Gespeichert wird nur nach erfolgreich beendeten Missionen. Diese dauern zwar in der Regel nicht mal eine Stunde, wenn man aber kurz vor Schluss stirbt und alles wiederholen darf ist die Frustgrenze schnell erreicht. Belastend dazu kommt, dass teilweise die Steuerung nicht so will wie man es sich vorstellt. Versucht man beispielsweise nach oben oder unten zu schauen muss man entweder den gesamten 3DS in die Richtung bewegen, was der Übersichtlichkeit völlig den Rest gibt oder man muss kontinuierlich die X- und B-Taste zusätzlich zu den Tasten drücken je nachdem welches Gerät man einsetzen möchte. Fingerverknotung inklusive. Besonders wenn mehrere Geister auftauchen und dann auch noch mit verschiedenen Angriffsmustern agieren wünscht man sich oft eine bessere Kontrolle über das Geschehen. Sowas halbgares ist man von Nintendo normalerweise nicht gewohnt. 

Grafik
Für einen 3DS-Titel sieht Luigi's Mansion 2 schon recht ordentlich aus. Die Licht- und Transparenzeffekte sind sehenswert. Stehen aber im deutlichen Kontrast zur kantigen und detailarmen Levelarchitektur. Alles in allem kommt die Atmosphäre schon stimmig rüber.


Sound
Die Geisterjagd wird durch ruhige und passende Melodien unterstrichen. Dabei erreicht die Musik aber nie den Ohrwurmcharakter z.B. der Mario-Spiele. Was negativ auffällt sind die kurzen Sprachsamples, die nie aus zusammenhängenden Sätzen bestehen. Auch wiederholen sich die Musikstücke zu oft.

Das gefällt mir an Luigi's Mansion 2
- Gute Ideen
- Viel zu entdecken
- Grafisch durchaus ansprechend
- Teilweise lustiger Humor

Das gefällt mir nicht an Luigi's Mansion 2
- Speichern nur nach Missionen möglich
- Überladene und unpraktische Steuerung
- Levels grafisch sehr detailarm
- Keine rihtige Sprachausgabe
- Es gibt kaum etwas zum freischalten
- Humor manchmal arg fremdschämig und kindisch
- Insgesamt zu geringer Umfang

Fazit: Luigi's Mansion 2 zählt für mich zweifellos zu den schlechteren Nintendo-Spielen. Verantwortlich dafür sind in meinen Augen zuviele Designfehler und Unstimmigkeiten, die man hätte vermeiden können. So ist es z.B. völlig unzeitgemäß, in einem Spiel keinerlei Rücksetzpunkte einzubauen und auch nicht die Möglichkeit zu geben, wenigstens ab und zu während der Missionen speichern zu können. Hinzu kommt die Steuerung, die man ebenfalls besser hätte lösen müssen. Allzu häufig bringt man die Knöpfe durcheinander und besonders im Kampf mit mehreren Geistern artet es dann in kopflose Hektik aus. Hier leuchten, da blenden und dann noch rechtzeitig saugen. Etwas weniger stressige Szenen hätten dem Spiel gut zu Gesicht gestanden.

Zumal die Atmosphäre und das Setting eher ruhig daherkommen. Die paar Rätsel, die einem das Spiel stellt, hat man schnell durchschaut und trotzdem muss man sie oft immer wieder machen wenn man bereits erlebte Abschnitte zwangsläufig nochmal durchqueren muss. Aber es gibt auch gute Seiten wie der teilweise köstliche Slapstick-Humor oder die technische Seite wenn man Luigi und die Geister anschaut.

Für einen kurzweiligen Ausflug ist Luigis neuestes Abenteuer durchaus geeignet. Man sollte aber seine Erwartungen herunterschrauben was es die sonst so typisch qualtativ hochwertigen Nintendo-Spiele betrifft, denn an dieses Niveau kommt das Spiel zu keinem Zeitpunkt heran. Um noch einen Satz zum Multiplayer-Modus zu verlieren: Überflüssig und spaßbefreit. Die Ressourcen hätte man besser in den Einzelspielermodus gesteckt. Dann wären vielleicht auch die vielen kleinen Mängel aufgefallen.

So reicht es insgesamt noch für gut gemeinte 6 von 10 Punkte, was das Fazit perfekt beschreibt. Ein Spiel, dass gerade noch so knapp über dem Durchschnitt ist. Nicht mehr und nicht weniger. 

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